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Seminar

Freie Universität Berlin
Otto Suhr Institut

Hauptseminar Wintersemester 2012/2013, Dienstag 14-16h, Henry-Ford-Bau Hörsaal C

Krisenprävention, Konfliktbearbeitung, Friedenskonsolidierung

Das Seminar geht der Frage nach, ob und wie durch Krisenprävention, verstanden als strukturelle Politik und akut intervenierendes Engagement, die Eskalation von Konflikten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen (Krisen) verhindert und die Chancen auf einen selbst tragenden Friedensprozess verbessert werden können. In der Philosophie und politischen Theorie bereits konzipiert, wurde dieser Ansatz nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes Thema einer Reformdiskussion der Sicherheits- und Friedenspolitik und mit dem Beginn der rot-grünen Koalition 1998 zentrales Element der deutschen Außenpolitik. Dennoch kam es zu militärischen Einsätzen. Das Seminar untersucht die normativen Grundlagen (Völkerrecht, Ethik, politische Theorie), Reichweite und Grenze einer nicht-militärischen Sicherheitspolitik am Beispiel zeitgeschichtlicher Konflikte (Zerfall Jugoslawiens, internationaler Terrorismus/Afghanistan, Irak, iranisches und nordkoreanisches Atomprogramm, arabischer Frühling). Militärinterventionen werden in Hinsicht auf ihre Legalität, Legitimität und Effizienz beurteilt. Im Vordergrund steht weniger die Weiterentwicklung der Theorie als das Begreifen der konkreten Handlungsalternativen und Entscheidungsprobleme intervenierender Akteure wie der Bundesrepublik Deutschland und internationaler Organisationen (UNO, EU, OSZE, NATO, Arabische Liga etc.). In wie weit ist es nötig und möglich, in der Sicherheitspolitik auf der Basis eines erweiterten Sicherheitsbegriffs militärische Elemente systematisch durch zivile zu ersetzen?